Musik ist mehr

MUSIK IST MEHR

Dissertation Bernd Michael Sommer

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Die Dissertation ist im Buchhandel erhältlich.
Auf diesem Netzplatz steht sie kostenlos als pdf-Datei zur Verfügung.

Dissertation: Zusammenfassung

Kapitel 1: Ziel der Untersuchung

umreisst Fragestellung und Zielsetzung: Ziel dieser Untersuchung ist es, eine Trainingsmethode für Musiker zu entwickeln, die ihre Fertigkeiten im Prima-Vista-Spiel (Blattspiel) verbessert. Darüber hinaus soll untersucht werden, ob bestimmte Musikstücke besonders gut dazu geeignet sind, die Kompetenz im Prima-Vista-Spiel zu schulen. Als Musikstücke wurden die zweistimmigen Inventionen von Bach ausgewählt, weil ihre Struktur und pädagogische Bedeutung sie zum idealen Untersuchungsgegenstand machen.

Kapitel 2: Begriffsbestimmungen

definiert und erörtert die Begriffe Lernen, Üben, Automatisieren, Training, Audiation und weitere relevante Begriffe. Diese werden dann in Beziehung zur psychologischen Forschung und zur Praxis des musikalischen Übens gesetzt.

Kapitel 3: Sprache und Musik

untersucht Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Sprache und Musik.

Kapitel 4: Stand der Forschung und eigener Ansatz

gibt einen Überblick über die psychologische Forschung zum Thema. Diese konzentriert sich vor allem auf die Untersuchungen von Augenbewegungen während des Notenlesens und auf die Entwicklung kognitiver Modelle des Notenlesens. Zum Zeitpunkt der Untersuchung hat die Forschung noch nicht zu einem systematischen Trainingsmodell für das Prima-Vista-Spiel geführt. Meist wird Musikern mit schlechten Blattlesefertigkeiten geraten, bestimmte Eigenschaften und Verhaltensweisen guter Blattleser zu erwerben (z. B. größere Einheiten zu lesen und das Lesen von Einzelnoten zu vermeiden.)

Diese Arbeit verfolgt einen anderen Ansatz. Weil gutes Blattspiel ein Vorgang ist, der ohne bewusste Anstrengung ausgeführt wird, sollten schlechte Blattspieler von Trainingsmethoden profitieren, die die Umsetzung von Einzelnoten und -rhythmen in musikalische Handlungen automatisieren.

Kapitel 5: Rhythmen und Tonhöhen

listet die zu automatisierenden Rhythmen und Noten auf. Die zweistimmigen Inventionen werden mit einem Text in Buchstabenschrift verglichen. Auf der Basis der gewonnenen Daten wird angenommen, dass übliche Notentexte sich im allgemeinen kaum als Übungen zum Prima-Vista-Spiel eignen. Ein alternatives Programm von Blattspielübungen wird vorgestellt.

Kapitel 6: Wirkungen des Trainingsprogramms

beschreibt, wie das Programm in fünf aufeinander folgenden Lernsituationen auf seine Effektivität hin untersucht wird. Die Resultate und Probleme werden nach jeder Lernsituation erörtert und Lösungen vorgeschlagen. In der fünften Lernsituation gelingt es, einen schlechten Blattspieler mit guten musikalischen und instrumentalen Fähigkeiten von seinen Leseproblemen zu befreien.

Schlussfolgerungen

Fünf wesentliche Aussagen dieser Arbeit sind:

  1. Musikstücke wie die zweistimmigen Inventionen von Bach sind nur dann als Übungen zum Prima-Vista-Spiel geeignet, wenn der Leser bereits über eine angemessene Lesetechnik (Lesestrategie) verfügt.
  2. Audiation (musikalische Hörfähigkeit und musikalisches Vorstellungsvermögen) ist die wichtigste Voraussetzung für wirkliche musikalische Literalität.
  3. Die Fertigkeit, Musik auszuüben, sollte zeitlich vor der Fertigkeit des Musiklesens und -schreibens erworben werden.
  4. Die Fertigkeit, Notenschrift in musikalische Handlungen umzusetzen (und umgekehrt) kann durch Lehrprogramme zu Übungszwecken (drill and practice programs) verbessert werden.
  5. Ein Trainingsprogramm, das die Fertigkeit im automatisierten Lesen (und Schreiben) von Einzelnoten und -rhythmen schult, kann die Fertigkeit im Prima-Vista-Spiel verbessern.

Der Text mit seinem siebenteiligen Anhang bietet Übungen zum Notenlesen, zur Gehörbildung, Fingerübungen und die statistischen Daten der Inventionen.

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